

Banko Taratu
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Herkunft
Banko Taratu liegt im Süden Äthiopiens, im Distrikt Yirgacheffe–Gedeb der Zone Gedeo. Die Region gehört zu den höchstgelegenen Kaffeegebieten des Landes: Angebaut wird hier zwischen 1.900 und 2.300 Metern über dem Meer. Rund 1.200 bis 1.600 Millimeter Niederschlag pro Jahr und die kühlen Nächte in dieser Höhe lassen die Kirschen langsam reifen, die Grundlage für die feine Säure und die floralen Noten, die Kaffees aus Gedeb so unverwechselbar machen. Geerntet wird von Oktober bis Januar, angebaut werden die einheimischen Heirloom-Varietäten. Das Lot trägt den Namen des Dorfes Banko Taratu. Banko Taratu besteht aus eng verbundenen Dorfgemeinschaften, in denen Kaffee die wichtigste Einnahmequelle ist. Die Familien bewirtschaften ihr Land nach Methoden, die über Generationen weitergegeben wurden. Geerntet wird gemeinschaftlich: Familien und Nachbarn pflücken gemeinsam und ausschließlich reife Kirschen von Hand. Genau diese Sorgfalt bei der Selektion ist der Grund für die gleichbleibend hohe Kirschqualität. Kaffee ist hier aber weit mehr als eine Handelsware. Er gehört zum Alltag und zu jedem Zusammenkommen. Frisch aufgebrühter Kaffee begleitet Gespräche, Feste und Begegnungen und hält die Dorfgemeinschaft zusammen. Zugleich trägt er die Haushalte: Die Einnahmen aus dem Kaffeeverkauf finanzieren Schulbildung und medizinische Versorgung, und wie eine Ernte ausfällt, ist im ganzen Dorf spürbar. Für die Menschen in Banko Taratu steht Kaffee deshalb für Tradition, Gemeinschaft und Wohlstand gleichermaßen. Die Waschstation, die den Kaffee aus Banko Taratu verarbeitet, ist auf gleichbleibende Qualität über die Jahre ausgelegt. Die Kirschen stammen von mehr als 500 familiengeführten Betrieben der Umgebung, wachsen im Schatten und werden von Hand selektiert. Rund 130 geschulte Mitarbeitende arbeiten während der Saison an der Station. Der Betreiber setzt dabei auf eine enge Bindung an die Bauern vor Ort: finanzielle Unterstützung, feste Auftragsvergabe und Preisaufschläge, die an ethische und nachhaltige Produktion gekoppelt sind.
Aromen
Wenn ein Kaffee floral ist, dann dieser. Jasmin ist hier keine feine Randnotiz, sondern das bestimmende Aroma, intensiv und über die ganze Tasse hinweg präsent. Schon beim Mahlen steigt der Blütenduft auf, beim Aufguss erinnert er an frisch aufgeblühten Jasmintee. Dahinter folgt eine saftige, reife Orange, die Süße und Frische bringt und die Blüte trägt, ohne sie zu überdecken. Die Säure bleibt dadurch weich und trinkig, der Körper ist leicht und seidig, fast teeartig. Im Abgang bleibt vor allem der Jasmin: lang und nachhallend blumig. Dass der Kaffee so klar und so floral in der Tasse steht, ist das Ergebnis der Aufbereitung. Das Lot wurde gewaschen aufbereitet, und zwar mit einer doppelten Fermentation. Nach dem Entpulpen folgt eine erste, temperaturkontrollierte Fermentation über 18 bis 72 Stunden, in der Süße und Fruchtkomplexität entstehen, also die Basis für die spätere Orangennote. Nach dem Waschen kommt eine zweite Fermentation in frischem Wasser über 6 bis 24 Stunden, die die Säure fein ausschleift und für die enorme Klarheit im Aroma sorgt. Erst dadurch kann sich der Jasmin so ungestört in den Vordergrund stellen. Anschließend wird der Kaffee langsam getrocknet, was die flüchtigen Blütenaromen erhält, die bei zu schneller Trocknung als Erstes verloren gehen. Dazu kommt die Höhenlage auf 1.900 bis 2.300 Metern: Die Kirschen reifen langsamer, die Bohnen werden dichter und aromatischer.
Sensorische Analyse
Bei der Bewertung der einzelnen Attribute (ausgeschlossen „Impression“) geht es ausschließlich um die Intensität der Wahrnehmungen und nicht um die Qualität des Kaffees. Das bedeutet, dass die einzelnen Eigenschaften wie Säure, Süße, Nachgeschmack, Flavour oder Aroma auf einer Skala bewertet werden, um festzuhalten, wie stark oder ausgeprägt diese Merkmale im Kaffee wahrgenommen werden.














